SKVg Logo Laufen

Läuferportraits

Läuferporträt über Rudolf Adamik (von Petra Daxböck)

Wenn man Rudi fragt, wann er mit dem Sport so richtig in Berührung gekommen ist, sagt er, dass der Sport schon immer zu seinem Leben gehört hat. Das wundert einem nicht, wenn man weiß, dass er nach dem Präsenzdienst 1965 als Berufsunteroffizier hauptberuflich bis zur Pension beim Bundesheer blieb. Und beim Bundesheer gehört der Sport zum täglichen Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Er nahm im Rahmen des Heeres bei vielen verschiedenen Wettkämpfen (Orientierungsläufe, Mehrkampf, Ski Alpin, Biathlon, Ski Patrouille) teil.

Die große Liebe zum Laufen entdeckte Rudi Mitte der 70-er Jahre, da war er ungefähr 30 Jahre alt. Seitdem ist das Laufen aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken und er ist noch heute mit seinen unglaublichen 70 Jahren läuferisch unterwegs. Zu Beginn seiner Laufkarriere begnügte er sich mit „kurzen“ 10 km-Läufen, aber im Laufe der Jahre wagte er sich auch an den Halbmarathon und Marathon heran. Unzählige Halbmarathons und vier Marathons in Wien und Berlin hat er bereits gefinisht, das waren für ihn ganz besondere Erlebnisse. Mittlerweile ist aber wieder der 10 km Lauf seine Lieblingsdistanz.
Rudi läuft nach wie vor immer noch 3-4 mal in der Woche und hält sich zusätzlich bei der Union mit Aerobic, Zumba und BBP (Bauch,Bein,Po) fit. Ich ziehe meinen Hut vor so viel wöchentlichen Aktivitäten. Aber das ist noch lange nicht alles an Sport, den Rudi ausübt. Er liebt das Skifahren und ist seit mittlerweile 18 Jahren jedes Jahr in den Semesterferien Skilehrer beim Skiclub Heeressportverein St. Pölten. Da kümmert er sich mit viel Liebe und Geduld um die Kinder, die anfangen mit dem Schifahren. Er wird sehr gelobt für seine Gabe als Skilehrer, wie ich aus meinem Bekanntenkreis erfahren habe.

Meine erste bewusste Erinnerung an die Bekanntschaft und mittlerweile auch Freundschaft mit Rudi geht ins Jahr 2006 zurück. Ich trainierte für meinen ersten Marathon und hatte mit einigen körperlichen Trainingswehwehchen zu kämpfen. Rudi war mir mit Rat und Tat zur Seite und gab mir wertvolle Tipps für ein optimales Training. Und so ist er auch heute noch. Er kümmert sich jeden Dienstag um den Lauftreff, auch wenn leider von der seinerzeit großen Gruppe nur mehr zwei Läufer übrig geblieben sind. Außerdem ist er das ganze Jahr jeden Sonntag mit seinem Freund Josef an der Traisen unterwegs. Und wieder kriegt er meine ganze Bewunderung für diese Konsequenz.

Rudi war außerdem einige Jahre Obmann unseres Vereins und hilft nach wie vor tatkräftig beim Alfred Vogel Lauf mit.

Es gilt für ihn vorrangig, dass er „gesundes“ Laufen betreibt und die Ergebniszeiten sind mittlerweile eher zweitrangig. Aber wenn man sich seine noch immer tollen Zeiten ansieht, dann kann man das kaum glauben, denn 2:12 beim Halbmarathon sind wirklich bemerkenswert.

Ein großes Talent möchte ich zum Abschluss noch erwähnen: Rudi erfreut uns bei diversen Gelegenheiten (Geburtstagsfeiern und dergleichen) mit seinen selbst geschriebenen Gedichten, die er dann mit viel Hingabe vorträgt.

Rudi wir wünschen dir, dass du deiner Laufleidenschaft noch lange nachgehen kannst und du vor allem glücklich, gesund und fit bleibst!
Läuferporträt über Franz „Willi“ Zippenfenig (von Petra Daxböck)

Ich treffe mich mit Willi in seinem Haus in Pottenbrunn. Sichtlich stolz ist er, dass ich mein erstes Läuferporträt gerade mit ihm machen will. Aber das kann er auch sein, hat er doch unzählige Titel erlaufen. Aber alles der Reihe nach.
Franz Zippenfenig
Willi war, was das Laufen betrifft, ein „Spätberufener“. Seine erste sportliche Liebe galt dem Fußball. Nach seiner aktiven Zeit war er jahrelang Jugendtrainer in Pottenbrunn, wo er mit seinen Buben viermal den Meistertitel heimholte. „Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit Willi zurück, er war ein super Trainer“, sagt Robert Nolz, einer seiner ehemaligen Schützlinge.

Und dann nach seiner Zeit als Jugendtrainer kam endlich das Laufen. Ungefähr 30 Jahre ist das jetzt her. Willi ist seither massenhaft Bewerbe gelaufen, hat unter anderem ca. 500 Pokale und 200 Medaillen gewonnen und ist viele Male Landes- und Staatsmeister geworden. Er hatte nie eine Lieblingsdistanz, er ist von der Sprintdistanz bis zum Marathon über 42,195 km alles gelaufen. Die letzten Jahre wurde aber immer mehr der Berglauf zu seiner Leidenschaft. „Warum?“ frage ich, die sich mit Berglaufen überhaupt nicht anfreunden kann, ungläubig. „Da geht alles ein bisschen langsamer und gemütlicher“ schwärmt Willi und seine Augen leuchten.

Von 2003 bis 2014 nahm Willi bei 2 Europa- und 10 (!) Weltmeisterschaften teil, unter anderem in Deutschland, Italien, Slowenien, Polen und Kroatien. Er darf sich außerdem Staatsmeister im Halbmarathon nennen, das hat er unglaubliche fünfmal geschafft. Beim Wachaumarathon, der 2017 sein 20-Jahre-Jubiläum feierte, ist er jedes Jahr mitgelaufen. Dort nahm er früher immer die Halbmarathonstrecke in Angriff, die letzten Jahre begnügt er sich mit der 10 km Distanz. „Wie viele Läufe hast du pro Jahr gemacht?“ will ich wissen. „So ca. 35-38 werden es gewesen sein“ kommt es wie aus der Pistole geschossen, ich rechne kurz nach und staune. Das sind weit über 1000 Läufe in all den Jahren.

„Ach ja noch was, ich war immer ein fauler Läufer im Training“ sagt Willi und lacht. Penibles Intervalltraining und sich von einer Pulsuhr zum Sklaven machen lassen hat ihn nie interessiert. „Das klingt für mich ein bisschen nach Naturtalent“ sage ich zu Willi. „Nein, das bin ich glaub ich nicht“ meint er eher bescheiden.

Willi steht auch immer bereit, wenn unser alljährlicher Alfred Vogel Gedenklauf am Programm steht. Beim Auf- und Abbau hilft er nach wie vor tatkräftig mit.

Zum Schluss will ich noch wissen, worauf er am meisten stolz ist. Willi überlegt nur kurz und schwärmt: „Auf meinen 4. Platz bei der Berglaufweltmeisterschaft in Bludenz (von 37 Teilnehmern in der M75) und auf den 4. Platz bei der Berglaufeuropameisterschaft (von 34 Teilnehmern in der M75). Und darauf, dass ich das Limit zur Meisterschaftsqualifikation immer locker geschafft habe“ und seine Augen beginnen wieder zu leuchten.

Willi wir wünschen dir, dass du noch lange deiner Laufleidenschaft nachgehen kannst und dass du noch viele Jahre so gesund und aktiv bleibst.

Mein Fazit: Laufen ist zwar keine Wunderpille, kann aber sicher dazu beitragen, sich im höheren Alter die Konstitution jüngerer Menschen zu bewahren. Willi ist für mich das lebende Beispiel dafür, denn seine 80 Lenze, die er im Mai 2017 feierte, sieht man ihm wirklich nicht an.



Design & Programmierung im Auftrag der Sport und Kulturvereinigung Pottenbrunn Laufen:
Jürgen Johannes Mempör (jjm)
Redaktion: Petra Daxböck (P.D.)