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Läuferportraits

Läuferportrait über
„Die Steininger Buam“
(von Petra Daxböck)

Wer die „Steininger Buam“ in seinem Verein hat, darf sich glücklich schätzen. Als ich die beiden kennenlernte, habe ich sie sofort in mein Herz geschlossen. Sie sind durch ihre offene und herzliche Art ein Gewinn für unseren Verein. Dabei hat alles eher zufällig begonnen. Nach dem Ochsenburger Berglauf im Jahr 2012 hat unser Obmann Dieter bei einem 1/8 Wein Thomas Steininger gefragt, ob er nicht für unseren Verein laufen möchte. Thomas hat nur kurz überlegt und sofort „Ja“ gesagt. „Und mich wollt ihr nicht“, mischte sich sein Vater Anton ein. Natürlich wollten wir Anton auch als Vereinsmitglied und seitdem bereichern die beiden (einschließlich Ehefrau und Mutter Christine) die SKVg Pottenbrunn Laufen sowohl menschlich als auch sportlich.
Beide begannen eher spät ihre „Laufkarriere“. Aber eins nach dem anderen!

ANTON:
Anton war 46 Jahre lang leidenschaftlicher Möbeltischler, bevor er mit 60 Jahren in Pension ging. In der Pension entdeckte er den Sport für sich. Er besuchte dreimal pro Woche ein Fitnessstudio. Für das Training auf den Geräten wärmte er immer auf dem Laufband auf. Dabei bemerkte er, dass Laufen Spaß macht. Nach zwei Jahren Schnuppertraining auf dem Laufband war endgültig der Entschluss gefasst ein Läufer zu werden. Er trainierte drei Monate und sein erster Lauf überhaupt war gleich ein Halbmarathon und zwar der Vienna City Marathon in Wien. Anton finishte mit seinen damals 63 Jahren in sensationellen 2 Stunden und 12 Minuten. Seitdem ist er 13 Halbmarathons in Wien, in der Wachau und am Mondsee gelaufen. Seine Halbmarathon-Bestzeit liegt bei 1 Stunde und 57 Minuten, das ist beachtlich für einen „spätberufenen“ Läufer. Anton lief unter anderem viermal den Pielachtalcup und er bewältigte einige Male die Oxxentour (57 km in zwei Tagen – Hut ab!). Er mag alle Distanzen gleich gern, egal ob 5 oder 21 km. Vorrangig im Gedächtnis bleiben wird ihm jedoch immer sein erster Halbmarathon in Wien.
Anton musste leider aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2017 das aktive Laufen aufgeben und ist seither walkend unterwegs. Danke Anton, dass du in deiner aktiven Zeit als Läufer so viele Stockerlplätze für unseren Verein erlaufen konntest.
Anton hat aber auch noch andere Hobbys und Leidenschaften. Er ist passionierter Gärtner. Bei meinem Besuch bei ihm zu Hause staunte ich über einen liebevoll (und vor allem unkrautfreien!) angelegten Garten.
Lieber Anton auch wenn du nicht mehr laufen kannst, werden wir irgendwann wieder einmal gemeinsam an einer Startlinie stehen, du mit Stöcken und ich ohne. Darauf freue ich mich jetzt schon und kann es kaum erwarten.

THOMAS:
Auch Thomas war, was das Laufen betrifft, ein Spätzünder. Es war 2008 (da war er bereits fast 40 Jahre), als er vom Lauffieber befallen wurde. Und wenn man Thomas kennt, dann weiß man, dass er es sicher nicht langsam, sondern gleich extrem anging. Sein ehemaliger Schwiegervater nahm ihn mit in die Steiermark zur Oxxentour. Dort lief er für den guten Zweck in 2 Tagen 75 km (40 km am ersten und 35 km am zweiten Tag). Ab 2009 nahm er dann an Wettkämpfen teil Seitdem hat er 3 Marathons (alle in Wien), 25 Halbmarathons und unzählige kürzere Läufe bestritten. Seine Bestzeiten können sich sehen lassen – 3:04:02 beim Marathon, 1:21:57 beim Halbmarathon und 36:41 bei 10 km. Thomas trainiert nur zweimal in der Woche. Am Mittwoch schindet er sich auf der Laufbahn und am Wochenende ist er meistens 1 Stunde unterwegs. Seine Schnelligkeit holt er sich anscheinend bei den Laufbewerben, an denen er fleißig teilnimmt und bei denen er schon sehr viele Pokale sammeln konnte. Wenn er sein Training noch konsequenter durchführen würde, dann hätten es seine Gegner wahrscheinlich ziemlich schwer ihn zu besiegen. Aber so muss er sich des Öfteren mit dem zweiten Platz begnügen. Vor einigen Wochen nahm er das erste Mal an einem Walkingbewerb teil. Und wie nicht anders zu erwarten, musste er sich dem Sieger nur um ein paar Sekunden geschlagen geben. Thomas hat auch schon 2 Ultraläufe (Karwendellauf mit 52 km) gefinisht.
Was gibt es sonst noch über ihn zu sagen:
Er trinkt gerne Bier, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist immer gut gelaunt, um keine Antwort verlegen und für jeden Spaß zu haben. Thomas ist eine echte Bereicherung für die SKVg Pottenbrunn Laufen.
Thomas bleib wie du bist und behalte dir deinen Humor und deine Herzlichkeit!
Und deine Gegner können sich jetzt schon warm anziehen, wenn du in 2 Jahren in der M 50 läufst ;-)
Läuferporträt über Rudolf Adamik (von Petra Daxböck)

Wenn man Rudi fragt, wann er mit dem Sport so richtig in Berührung gekommen ist, sagt er, dass der Sport schon immer zu seinem Leben gehört hat. Das wundert einem nicht, wenn man weiß, dass er nach dem Präsenzdienst 1965 als Berufsunteroffizier hauptberuflich bis zur Pension beim Bundesheer blieb. Und beim Bundesheer gehört der Sport zum täglichen Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Er nahm im Rahmen des Heeres bei vielen verschiedenen Wettkämpfen (Orientierungsläufe, Mehrkampf, Ski Alpin, Biathlon, Ski Patrouille) teil.

Die große Liebe zum Laufen entdeckte Rudi Mitte der 70-er Jahre, da war er ungefähr 30 Jahre alt. Seitdem ist das Laufen aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken und er ist noch heute mit seinen unglaublichen 70 Jahren läuferisch unterwegs. Zu Beginn seiner Laufkarriere begnügte er sich mit „kurzen“ 10 km-Läufen, aber im Laufe der Jahre wagte er sich auch an den Halbmarathon und Marathon heran. Unzählige Halbmarathons und vier Marathons in Wien und Berlin hat er bereits gefinisht, das waren für ihn ganz besondere Erlebnisse. Mittlerweile ist aber wieder der 10 km Lauf seine Lieblingsdistanz.
Rudi läuft nach wie vor immer noch 3-4 mal in der Woche und hält sich zusätzlich bei der Union mit Aerobic, Zumba und BBP (Bauch,Bein,Po) fit. Ich ziehe meinen Hut vor so viel wöchentlichen Aktivitäten. Aber das ist noch lange nicht alles an Sport, den Rudi ausübt. Er liebt das Skifahren und ist seit mittlerweile 18 Jahren jedes Jahr in den Semesterferien Skilehrer beim Skiclub Heeressportverein St. Pölten. Da kümmert er sich mit viel Liebe und Geduld um die Kinder, die anfangen mit dem Schifahren. Er wird sehr gelobt für seine Gabe als Skilehrer, wie ich aus meinem Bekanntenkreis erfahren habe.

Meine erste bewusste Erinnerung an die Bekanntschaft und mittlerweile auch Freundschaft mit Rudi geht ins Jahr 2006 zurück. Ich trainierte für meinen ersten Marathon und hatte mit einigen körperlichen Trainingswehwehchen zu kämpfen. Rudi war mir mit Rat und Tat zur Seite und gab mir wertvolle Tipps für ein optimales Training. Und so ist er auch heute noch. Er kümmert sich jeden Dienstag um den Lauftreff, auch wenn leider von der seinerzeit großen Gruppe nur mehr zwei Läufer übrig geblieben sind. Außerdem ist er das ganze Jahr jeden Sonntag mit seinem Freund Josef an der Traisen unterwegs. Und wieder kriegt er meine ganze Bewunderung für diese Konsequenz.

Rudi war außerdem einige Jahre Obmann unseres Vereins und hilft nach wie vor tatkräftig beim Alfred Vogel Lauf mit.

Es gilt für ihn vorrangig, dass er „gesundes“ Laufen betreibt und die Ergebniszeiten sind mittlerweile eher zweitrangig. Aber wenn man sich seine noch immer tollen Zeiten ansieht, dann kann man das kaum glauben, denn 2:12 beim Halbmarathon sind wirklich bemerkenswert.

Ein großes Talent möchte ich zum Abschluss noch erwähnen: Rudi erfreut uns bei diversen Gelegenheiten (Geburtstagsfeiern und dergleichen) mit seinen selbst geschriebenen Gedichten, die er dann mit viel Hingabe vorträgt.

Rudi wir wünschen dir, dass du deiner Laufleidenschaft noch lange nachgehen kannst und du vor allem glücklich, gesund und fit bleibst!
Läuferporträt über Franz „Willi“ Zippenfenig (von Petra Daxböck)

Ich treffe mich mit Willi in seinem Haus in Pottenbrunn. Sichtlich stolz ist er, dass ich mein erstes Läuferporträt gerade mit ihm machen will. Aber das kann er auch sein, hat er doch unzählige Titel erlaufen. Aber alles der Reihe nach.
Franz Zippenfenig
Willi war, was das Laufen betrifft, ein „Spätberufener“. Seine erste sportliche Liebe galt dem Fußball. Nach seiner aktiven Zeit war er jahrelang Jugendtrainer in Pottenbrunn, wo er mit seinen Buben viermal den Meistertitel heimholte. „Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit Willi zurück, er war ein super Trainer“, sagt Robert Nolz, einer seiner ehemaligen Schützlinge.

Und dann nach seiner Zeit als Jugendtrainer kam endlich das Laufen. Ungefähr 30 Jahre ist das jetzt her. Willi ist seither massenhaft Bewerbe gelaufen, hat unter anderem ca. 500 Pokale und 200 Medaillen gewonnen und ist viele Male Landes- und Staatsmeister geworden. Er hatte nie eine Lieblingsdistanz, er ist von der Sprintdistanz bis zum Marathon über 42,195 km alles gelaufen. Die letzten Jahre wurde aber immer mehr der Berglauf zu seiner Leidenschaft. „Warum?“ frage ich, die sich mit Berglaufen überhaupt nicht anfreunden kann, ungläubig. „Da geht alles ein bisschen langsamer und gemütlicher“ schwärmt Willi und seine Augen leuchten.

Von 2003 bis 2014 nahm Willi bei 2 Europa- und 10 (!) Weltmeisterschaften teil, unter anderem in Deutschland, Italien, Slowenien, Polen und Kroatien. Er darf sich außerdem Staatsmeister im Halbmarathon nennen, das hat er unglaubliche fünfmal geschafft. Beim Wachaumarathon, der 2017 sein 20-Jahre-Jubiläum feierte, ist er jedes Jahr mitgelaufen. Dort nahm er früher immer die Halbmarathonstrecke in Angriff, die letzten Jahre begnügt er sich mit der 10 km Distanz. „Wie viele Läufe hast du pro Jahr gemacht?“ will ich wissen. „So ca. 35-38 werden es gewesen sein“ kommt es wie aus der Pistole geschossen, ich rechne kurz nach und staune. Das sind weit über 1000 Läufe in all den Jahren.

„Ach ja noch was, ich war immer ein fauler Läufer im Training“ sagt Willi und lacht. Penibles Intervalltraining und sich von einer Pulsuhr zum Sklaven machen lassen hat ihn nie interessiert. „Das klingt für mich ein bisschen nach Naturtalent“ sage ich zu Willi. „Nein, das bin ich glaub ich nicht“ meint er eher bescheiden.

Willi steht auch immer bereit, wenn unser alljährlicher Alfred Vogel Gedenklauf am Programm steht. Beim Auf- und Abbau hilft er nach wie vor tatkräftig mit.

Zum Schluss will ich noch wissen, worauf er am meisten stolz ist. Willi überlegt nur kurz und schwärmt: „Auf meinen 4. Platz bei der Berglaufweltmeisterschaft in Bludenz (von 37 Teilnehmern in der M75) und auf den 4. Platz bei der Berglaufeuropameisterschaft (von 34 Teilnehmern in der M75). Und darauf, dass ich das Limit zur Meisterschaftsqualifikation immer locker geschafft habe“ und seine Augen beginnen wieder zu leuchten.

Willi wir wünschen dir, dass du noch lange deiner Laufleidenschaft nachgehen kannst und dass du noch viele Jahre so gesund und aktiv bleibst.

Mein Fazit: Laufen ist zwar keine Wunderpille, kann aber sicher dazu beitragen, sich im höheren Alter die Konstitution jüngerer Menschen zu bewahren. Willi ist für mich das lebende Beispiel dafür, denn seine 80 Lenze, die er im Mai 2017 feierte, sieht man ihm wirklich nicht an.



Design & Programmierung im Auftrag der Sport und Kulturvereinigung Pottenbrunn Laufen:
Jürgen Johannes Mempör (jjm)
Redaktion: Petra Daxböck (P.D.)